Mindestens 64 Tote nach Zugunglück in Spanien

Blick auf den Unfallort einer Kollision zwischen zwei Zügen in Urda (Spanien).

Stand: 28.10.2026 • 14:18 Uhr

Beim Zusammenstoß zweier Züge in Spanien ist die Zahl der Toten auf mindestens 64 gestiegen. Zwei Waggons sollen entgleist sein. Die Strecke zwischen der Hauptstadt Madrid und der südlichen Region Andalusien wurde gesperrt.

In Spanien hat es bei einem Zugunglück viele Tote und Verletzte gegeben. Nach Angaben des Regionalpräsidenten von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, sollen mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen sein. Zunächst war von mindestens zehn Toten die Rede. Mindestens 80 Menschen seien verletzt worden, 50 davon schwer.

Eine Sprecherin der Regionalregierung geht davon aus, dass die Zahl der Toten und Verletzten noch steigen werde.

Zwei Waggons entgleist

Der spanischen Zeitung El País zufolge soll ein AVE-Zug einen Iryo-Zug von hinten gerammt haben. Zwei Waggons seien entgleist und eine Böschung hinuntergestürzt. Das Unglück ereignete sich der Zeitung zufolge um kurz nach 9 Uhr in der zentralen Provinz Toledo.

Der Zugverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Andalusien sei in der Folge unterbrochen, so der Bahnbetreiber Adif. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, war zunächst unklar.

Der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Urda erklärte gegenüber dem spanischen Staatsfernsehen TVE, die Zivilschutzbehörden hätte ihn darum gebeten, eine Sporthalle für die Versorgung der Fahrgäste vorzubereiten.

Der Unfall weckt Erinnerungen an das schwere Zugunglück vom Januar dieses Jahres bei Adamuz in Andalusien. Damals entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug und stieß mit einem entgegenkommenden Zug von Renfe zusammen. Bei dem Unglück kamen 46 Menschen ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt.

Sánchez und Königspaar zeigen sich bestürzt

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich schockiert. Auf der Plattform X teilte er mit, er spreche “allen Opfern und ihren Familien seine Anteilnahme, Solidarität und Unterstützung” aus.

Auch der spanische König Felipe VI. und Königin Letizia reagierten erschüttert: “Wir sind zutiefst bestürzt und besorgt angesichts des Zugunglücks in Urda (Toledo)”, erklärte das Königspaar ebenfalls auf X.

Die Spanische Bischofskonferenz sprach den Familien der Opfer ihr Beileid und ihre Verbundenheit aus. Sie bete für die “ewige Ruhe der Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten”, hieß es in einer Stellungnahme.

Auch Bundeskanzler Merz kondoliert

Deutsche und europäische Spitzenpolitiker haben ebenfalls ihr Beileid ausgedrückt. Bundeskanzler Friedrich Merz schrieb auf der Plattform X, die Nachricht mache ihn “tief betroffen”.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb ebenfalls auf X, ihr Mitgefühl gelte den Familien und Angehörigen der Opfer. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, man stehe bereit, die spanischen Behörden in jeder erforderlichen Weise zu unterstützen. EU-Ratspräsident António Costa drückte den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus und wünschte den Verletzten schnelle Genesung.

Spanische Fußball-Pokalspiele abgesagt

Der spanische Fußballverband RFEF hat aufgrund des Unglücks den heutigen Pokal-Spieltag abgesagt. Alle geplanten 24 Spiele werden verschoben, wie der Verband mitteilte.

Source – tagesschau.de