EU-Kommission genehmigt chinesische Übernahme von MediaMarktSaturn unter Auflagen

Die EU-Kommission gibt grünes Licht für die chinesische Übernahme. JD.com muss seine Logistik, Lager und Technologien anderen Marktteilnehmern zu denselben Konditionen anbieten wie MediaMarktSaturn.

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Die EU-Kommission hat die chinesische Übernahme des deutschen Elektrohändlers MediaMarktSaturn genehmigt. Der chinesische Konzern JD.com dürfe die Mehrheitsanteile an der Muttergesellschaft Ceconomy AG kaufen, MediaMarktSaturn dürfe im Zuge der Übernahme aber keine Vorteile durch chinesische Subventionen erhalten, teilte die Kommission am Dienstag mit. JD.com habe sich verpflichtet, unfaire Wettbewerbsvorteile auszuräumen.

Brüssel hatte Bedenken angemeldet, weil JD nach Einschätzung der EU-Kommission chinesische Subventionen erhält, etwa Steuervorteile und Staatskredite. Mit dem Geld finanziert der chinesische Konzern demnach einen Teil seiner Logistik und der IT‑Systeme. Davon profitiert nach der Übernahme auch MediaMarktSaturn, zum Nachteil seiner Konkurrenten in Europa.

Die EU-Kommission verlangt deshalb von JD, seine logistischen Dienstleistungen, Lager und Technologien anderen Marktteilnehmern zu den gleichen Bedingungen anzubieten wie der künftigen Tochter Ceconomy, also Mediamarkt und Saturn. Außerdem soll jegliche Finanzierung von JD für Ceconomy normalen „Marktbedingungen“ unterliegen. Nach Einschätzung aus Brüssel sind mögliche Vorteile durch die Subventionen damit ausgeglichen.

Geschäftsmodell von MediaMarktSaturn soll bleiben

Ceconomy und JD hatten die Übernahme im vergangenen Jahr angekündigt. Der chinesische Onlinehändler hält demnach inzwischen 59,8 Prozent der Aktien und Stimmrechte. Die Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals behält einen Anteil von 25,4 Prozent, hat sich aber verpflichtet, künftig mit JD zu stimmen. De facto kommt der chinesische Konzern damit auf mehr als 85 Prozent.

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Beide Unternehmen teilten mit, am Geschäftsmodell von MediaMarktSaturn solle sich vorerst nichts ändern. „Was Ceconomy heute erfolgreich macht, wird auch in Zukunft den Erfolg vorantreiben“, erklärten JD und Ceconomy in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Führungsriege bei Ceconomy soll auf ihren Posten bleiben.

Mit der Genehmigung vom Dienstag könne die konkrete Umsetzung der Fusion beginnen, begrüßte Ceconomy-Chef Remko Rijnders die Entscheidung. JD-Chefin Sandy Xu betonte, Ceconomy solle sein Wachstum „auf nachhaltige Weise beschleunigen“, Ziel seien außerdem „Innovationen im sich wandelnden Einzelhandel“.

Ceconomy betreibt die MediaMarkt- und Saturn-Filialen in Deutschland und weiteren europäischen Staaten sowie den inzwischen zusammengelegten Onlineshop. JD ist nach Angaben des Bundeskartellamts „Chinas größter Einzelhändler nach Umsatz“ und konkurriert im Onlinehandel unter anderem mit dem Alibaba-Konzern.

AFP/ll/coh

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