Anleihen: Ein bisschen Entspannung

Nach dem Ausverkauf an den Staatsanleihen ist jetzt etwas Ruhe eingekehrt. Dennoch bleiben die Renditen hoch – und die Sorge um Frankreich hält an. Anleihen von kleineren und mittleren Unternehmen haben es da schwer.

9. Oktober 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Viel Aufregung an den Anleihemärkten. „Diese Woche war eine Menge los, mit den Top-Themen Ölpreis und Inflation sowie Frankreich“, berichtet Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handelt. Zuletzt gab es aber etwas Entspannung. Die Renditen sind nicht weiter gestiegen. Ein Grund: die Ankündigung von US-Präsident Trump, den Iran vor den US-Zwischenwahlen nicht mehr anzugreifen. Das hat den Ölpreis fallen lassen, und damit die Inflations- und Leitzinserhöhungssorgen. „Außerdem stiegen die Kurse am US-Anleihemarkt nach einer gut aufgenommenen Versteigerung dreißigjähriger Staatsanleihen“, erklärt Brunner.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt am Freitagmorgen bei 3,47 Prozent und damit leicht unter den 3,48 Prozent vergangenen Freitag und deutlich unter den vergangene Woche erreichten 3,65 Prozent. Allerdings ist das immer noch der höchste Stand seit 2008. Auch in den USA ging es nicht weiter nach oben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt aktuell bei 5,24 Prozent.

„Französische Staatstitel nur noch gegen kräftige Risikoaufschläge“

In Sachen Frankreich hat sich die Lage zumindest nicht weiter zugespitzt. Die Renditeaufschläge zehnjähriger französischer Staatsanleihen gegenüber entsprechenden Bundesanleihen sind nach 150 Basispunkten vergangenen Freitag jetzt wieder etwas niedriger. Die Aufschläge sind aber immer noch so hoch wie zuletzt während der europäischen Schuldenkrise. Die Regierung unter Emanuel Macron versucht derzeit, ohne eigene Mehrheit den letzten Haushalt vor den Wahlen im kommenden Jahr auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig erschüttern anhaltende Schülerproteste das Land.

„Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wird von Investoren zunehmend misstrauisch beäugt. Sie wollen französische Staatstitel nur noch gegen kräftige Risikoaufschläge kaufen“, bemerkt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank. Er bleibt skeptisch: „Angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen kann man nicht mehr ausschließen, dass Anleger sich irgendwann ganz weigern werden, dem französischen Staat Geld zu leihen.“ 

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