Marktbericht: DAX startet mit Verlusten

Börsenhändler an der Frankfurter Börse.

Marktbericht

Stand: 24.09.2026 • 10:58 Uhr

Der DAX startet schwächer in den Handel. Nach den Verlusten vom Vortag bleiben die Anleger vorsichtig. Der Ölpreis ist trotz Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Iran-Kriegs weiter ein Unsicherheitsfaktor.

Der DAX ist heute bei 25.284 Punkten in den Handel gestartet. Das war ein Minus von 0,5 Prozent. Damit setzt der deutsche Leitindex seine Verluste vom Vortag zunächst fort. Am Mittwoch hatte der DAX bereits 0,7 Prozent auf 25.410 Punkte verloren.

Der Leitindex ringt aktuell um seine 100-Tage-Linie. In der vergangenen Woche war er zeitweise unter dieses längerfristige Trendbarometer gerutscht, hatte sich anschließend aber wieder gefangen. “Auf dem schmalen Grat zwischen Inflationssorgen, geldpolitischem Gegenwind und dem ungewissen Ausgang des Trump-Xi-Gipfels suchen Anleger ihr Gleichgewicht”, sagte Timo Emden von Captrader.

Ölpreis bleibt über 100 Dollar

Die Entwicklung am Ölmarkt bleibt ein wichtiger Faktor für die Börsen. Zwar haben neue Hoffnungen auf diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Iran-Kriegs den Ölpreis heute wieder etwas gedrückt. Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte gegenüber Reuters, die Diplomatie müsse fortgesetzt werden. Das schürte am Markt die Hoffnung auf eine mögliche Annäherung zwischen Teheran und Washington.

Brent verbilligte sich daraufhin zeitweise um rund ein Prozent. Mit mehr als 100 Dollar je Barrel bleibt das Nordseeöl aber auf einem hohen Niveau. Am Mittwoch war der Brent-Preis zeitweise um mehr als vier Prozent gestiegen. Auslöser war unter anderem der erneute Beschuss eines Frachtschiffs in der Straße von Hormus.

Eine dauerhafte Wiederaufnahme der Öllieferungen durch die Straße von Hormus könnte den Ölpreis deutlich senken und damit den Inflationsdruck verringern. Allerdings sind Iran und USA weiterhin uneins darüber, wie der Krieg beendet werden kann. Auch eine mögliche Öffnung der Meerenge knüpft Teheran an Bedingungen.

Anleiherenditen steigen

Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen treibt zugleich die Renditen am Anleihemarkt nach oben. US-Notenbankdirektor Michael Barr geht davon aus, dass die Federal Reserve (Fed) nach der jüngsten Zinserhöhung wahrscheinlich mehrfach nachlegen muss. Auch bei der Europäischen Zentralbank rechnen Anleger mit weiteren Zinsschritten.

Steigende Anleiherenditen können wiederum die Aktienmärkte belasten: Anleihen werden als Anlagealternative attraktiver, gleichzeitig steigen die Finanzierungskosten für Unternehmen.

Uneinheitliches Bild in Asien

Aus Asien kommen am Morgen derweil unterschiedliche Signale. In Japan legte der Nikkei 225 nach der feiertagsbedingt längeren Handelspause um 0,8 Prozent zu. Rückenwind kommt unter anderem vom anhaltenden Boom rund um Künstliche Intelligenz.

In China dagegen geben die Kurse nach. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen verlor zuletzt 1,6 Prozent, der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong sank um 0,4 Prozent.

Wie auch an den anderen Finanzmärkten belastete die Entwicklung der Anleihen. “Gerade glaubten Anleger, die Sorgen vor steigenden Renditen abstreifen zu können, da kommt es bereits zum nächsten Ausverkauf”, so Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank. “Wann diese Neubepreisung auf der Anleiheseite abgeschlossen sein wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen.”

Treffen von Donald Trump und Xi Jinping

Dabei blicken die Anleger nach Washington: Chinas Präsident Xi Jinping trifft dort US-Präsident Donald Trump. Im Mittelpunkt stehen die Handels- und Technologiebeziehungen der beiden Wirtschaftsmächte. Für den Abend ist ein ​Staatsbankett geplant, an dem auch die Chefs von US-Konzernen wie etwa Apple, Nvidia, OpenAI oder JPMorgan teilnehmen sollen.

Unterdessen sollen die zusätzlichen US-Zölle auf chinesische Waren länger ausgesetzt bleiben. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte eine Verlängerung der Zollpause um zwei Monate an, konkret bis zum 10. Januar. Eigentlich sollte die Vereinbarung zum 10. November auslaufen. “Das verschafft uns mehr Zeit, um zu prüfen, was wir auf wirtschaftlicher Ebene tun können”, sagte US-Finanzminister Scott Bessent.

Wirtschaft erholt sich stärker als erwartet

Die deutsche Wirtschaft ist seit Ende 2025 wieder auf Erholungskurs – und entwickelt sich etwas besser als noch im Frühjahr erwartet. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen in ihrer Herbstprgonose für 2026 nun mit einem Wachstum von 1,3 Prozent, für 2027 mit 1,1 Prozent und für 2028 mit 0,4 Prozent.

Vor allem Exporte und die Industrie entwickelten sich im ersten Halbjahr überraschend kräftig. Auch die robuste Weltkonjunktur und der weltweite KI-Boom geben der deutschen Wirtschaft Impulse.

Allerdings steht der Aufschwung laut den Instituten auf einem schmalen Fundament. Im dritten Quartal dürfte die Wirtschaft nur um 0,1 Prozent gewachsen sein. Hohe Energiepreise belasten die Kaufkraft, während Niedrigwasser insbesondere die Chemieindustrie ausbremst. Private Investitionen und Konsum bleiben schwach. Ab dem vierten Quartal dürfte die Erholung wieder an Fahrt gewinnen – getragen von der Auslandsnachfrage sowie höheren staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur.

Source – tagesschau.de