Medizin-Nobelpreis geht an zwei Forscher aus Deutschland

In diesem Jahr geht der Nobelpreis für Medizin an zwei Deutsche und einen US‑Amerikaner. Der Grundstein für eine von ihnen entwickelte Methode zur Aktivierung von Nervenzellen im Gehirn wurde in Berlin und Würzburg gelegt.

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Die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel sowie der US-Forscher Karl Deisseroth erhalten in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin. Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik, wie das Karolinska-Institut in Stockholm mitteilte. Mit der von ihnen entwickelten Methode können Nervenzellen im Gehirn mithilfe von Licht gezielt aktiviert oder deaktiviert werden.

Den Grundstein legten Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin und Georg Nagel von der Universität Würzburg mit der Entdeckung des Proteins Channelrhodopsin in einer einzelligen Alge. Karl Deisseroth von der Stanford University machte sich diese Eigenschaft anschließend zunutze und entwickelte daraus einen lichtgesteuerten Schalter für Nervenzellen.

Die sogenannte Optogenetik gilt als wichtiger Durchbruch der modernen Neurowissenschaften und ermöglicht es Forschern, die Entstehung von Erinnerungen, Gefühlen und Verhalten im lebenden Gehirn genauer zu untersuchen.

Der Vorsitzende des Nobelkomitees, Per Svenningsson, sprach von einer Methode, die Möglichkeiten eröffnet habe, „von denen man früher nur träumen konnte“. Heute wird die Optogenetik weltweit in Forschungslaboren eingesetzt, um die Funktionsweise des Gehirns zu entschlüsseln. Die Auszeichnung ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen (umgerechnet rund 1,2 Millionen Dollar) dotiert, die sich die drei Wissenschaftler teilen.

2025 hatten sich mit Mary Brunkow, Fred Ramsdell und Shimon Sakaguchi drei Wissenschaftler aus Japan und den USA den Nobelpreis für ihre Forschung zum Immunsystem geteilt.

Der Medizin- Nobelpreis bildet traditionell den Auftakt der Nobelpreiswoche . Am Dienstag folgt der Preis für Leistungen in der Physik, am Mittwoch der für Chemie. Am Donnerstag und Freitag werden die Preisträger in den Kategorien Literatur und Frieden bekanntgegeben.

rct/jm/dpa

Source – WELT De