„Nur noch drei Tage Fußball vor sich“ – Onkel des unterlegenden Yamal wettert gegen Kane
Nach Harry Kanes Ballon-d’Or-Sieg präsentiert sich das Umfeld des Drittplatzierten Lamine Yamal als schlechter Verlierer. Der Onkel des Barcelona-Stars ätzt gegen den Stürmer des FC Bayern. Eine Legende von Real Madrid wittert gar eine Verschwörung.
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Die Auszeichnung von Harry Kane mit dem Ballon d’Or sorgt bei Lamine Yamals Onkel Abdul für großen Unmut. „Sie sagen immer: Lamine ist sehr jung, er ist 19 Jahre alt, er wird noch mehr gewinnen, aber Harry hat nur noch drei Tage Fußball vor sich, und wir schenken ihm den Ball“, kritisierte Yamals Onkel die Wahl in der spanischen Radiosendung „El Larguero“.
In einem spannenden Zweikampf um den Ballon d’Or hatte sich Kane, 33-jähriger Stürmerstar des FC Bayern, nach Auskunft der Organisatoren nur ganz knapp vor Kylian Mbappé durchgesetzt. Yamal landete auf Platz drei – gewann aber immerhin den Preis für das beste Talent des Jahres. „Ich bin traurig. Ich verstehe gar nichts. Da stimmt etwas nicht“, wetterte Yamals Onkel.
Er argumentierte, dass der Engländer zwar ein Torjäger, sein Neffe aber der beste Spieler sei. „Er hat die Weltmeisterschaft, La Liga und den Supercup gewonnen. Er hat eine unglaubliche Saison gespielt. Er schießt Tore, die sonst niemand schießt. Pässe, Vorlagen, alles. Wenn man Fußball mag, geht man zu Lamine, nicht zu Harry Kane“, befand Abdul Yamal weiter.
Real-Legende wittert Verschwörung
Unmut gab es auch von einem Experten, der wohl dem Lager der Mbappé-Anhänger zuzuordnen ist. Guti, der über 500 Spiele für Real Madrid absolvierte, witterte in der Fernsehsendung „El Chiringuito“ sogar eine Verschwörung. „Es ist schon ein ziemlicher Zufall, dass sie die Preisverleihung in London organisieren und dass ausgerechnet ein Londoner gewinnt, oder?“, sagte er.
Die Gala fand traditionell in Paris statt, wurde diesmal aber im Londoner Palladium abgehalten. Dass dahinter böse Absichten steckten oder gar Ex-Tottenham-Spieler Kane in seiner Heimat eine besondere Bühne bereitet werden sollte, ist ziemlich weit hergeholt. Stattdessen erfolgte der Wechsel nach London anlässlich des siebzigjährigen Jubiläums der Veranstaltung und zu Ehren des Engländers Sir Stanley Matthews, der 1956 den ersten Ballon d’Or gewann.
Dennoch erkannte Guti ein abgekartetes Spiel: „Ehrlich gesagt, scheint alles von vornherein festgelegt zu sein, und zwar komplett. Das ist mein Eindruck, und das habe ich schon immer von dieser Auszeichnung gehalten.“
luwi mit dpa

