Wochenausblick: Neue Tech-Zahlen treffen auf KI-Sorgen

Notenbanken zwischen Inflation und Kreditkosten

Für die Sitzungen der Fed am Mittwoch und der EZB am Donnerstag erwarten die meisten Researchhäuser unveränderte Leitzinsen. Eine Gegenposition vertritt Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management. Er rechnet mit einer Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte, weil die US-Wirtschaft stark wächst und die Inflation hoch bleibt. Vor allem die Investitionen in KI-Infrastruktur griffen inzwischen auf traditionelle Investitionsgüter über.

Mark Wall von der Deutschen Bank erwartet dagegen eine EZB-Zinspause. Höhere Energiepreise verstärkten zwar die Inflationsrisiken. Doch die gestiegenen Kapitalmarktzinsen hätten die Finanzierungsbedingungen bereits verschärft. Dazu kommt die angespannte Lage am französischen Staatsanleihemarkt. Die Deutsche Bank erwartet die nächste Zinserhöhung der EZB erst im Dezember.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 26. Oktober

10.30 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklima. Nach 89,9 Punkten im September erwartet die Deka einen leichten Anstieg auf 90,0 Punkte. Während sich die aktuelle Lage etwas verbessern dürfte, rechnet das Institut nach fünf Anstiegen in Folge mit einem Rückgang der Geschäftserwartungen.

Dienstag, 27. Oktober

13.30 Uhr. USA: Auftragseingänge langlebiger Güter. Im September dürften die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent zugelegt haben, nachdem sie im August um 0,1 Prozent gesunken waren.

15.00 Uhr. USA: Konsumentenvertrauen. Nach 81,9 Punkten im September liegt die Konsensschätzung für Oktober bei 80,3 Punkten.

Mittwoch, 28. Oktober

19.00 Uhr. USA: Zinsentscheid der US-Notenbank. Die Fed dürfte ihre Leitzinsspanne unverändert bei 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Nach der überraschend hohen Inflation im September erwarten die meisten Ökonomen die nächste Zinserhöhung erst im Dezember.

Donnerstag, 29. Oktober

11.00 Uhr. Eurozone: Wirtschaftsvertrauen. Die Deka sieht im Oktober einen Rückgang des Stimmungsbarometers von 97,9 auf 97,6 Punkte. Die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten würden eine Erholung erschweren.

13.30 Uhr. USA: Bruttoinlandsprodukt. Für das dritte Quartal wird im Konsens ein auf das Jahr hochgerechnetes Wachstum von 3,0 Prozent erwartet, nach 2,2 Prozent im Vorquartal. Die Deka prognostiziert sogar 3,5 Prozent, gestützt auf den privaten Konsum sowie die Ausrüstungs- und Lagerinvestitionen. Die LBBW rechnet dagegen nur mit 2,5 Prozent.

13.30 Uhr. USA: Preisindex der privaten Konsumausgaben ohne Energie und Nahrungsmittel. Das von der Fed besonders beachtete Inflationsmaß dürfte im September gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent gestiegen sein, nach 3,0 Prozent im August.

14.15 Uhr. Eurozone: EZB-Zinsentscheid. Die Europäische Zentralbank dürfte den Einlagensatz bei 2,50 Prozent und den Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent belassen. Die Deutsche Bank erwartet erst im Dezember eine weitere Anhebung um 0,25 Prozentpunkte. Die gestiegenen Kapitalmarktzinsen und die französische Schuldenkrise begrenzen nach ihrer Einschätzung den Spielraum für zusätzliche Zinsschritte.

Freitag, 30. Oktober

10.00 Uhr. Deutschland: Bruttoinlandsprodukt. Nach einem Wachstum von 0,3 Prozent im zweiten Quartal erwarten Volkswirte für das dritte Quartal nur noch ein Plus von 0,1 Prozent. Die Deka rechnet sogar mit einem Rückgang um 0,1 Prozent. Sie verweist auf auslaufende Sondereffekte aus dem ersten Halbjahr und Belastungen durch das Niedrigwasser.

11.00 Uhr. Eurozone: Bruttoinlandsprodukt. Im Konsens wird für das dritte Quartal ein Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal erwartet, nach 0,6 Prozent zuvor. Die Helaba prognostiziert dagegen einen Rückgang um 0,1 Prozent. Die hohen Energiepreise belasteten zunehmend den privaten Konsum.

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise. Der Konsens erwartet für Oktober einen Rückgang der Jahresteuerungsrate von 3,3 auf 3,0 Prozent. Die Commerzbank rechnet wegen des Tankrabatts mit 2,9 Prozent, während die LBBW von einer unveränderten Inflationsrate von 3,3 Prozent ausgeht.
 

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