Streaming-Tipp: So wie in diesem Thriller habt ihr “Star Trek”-Captain Patrick Stewart (†86) noch nie gesehen – ultrabrutal & fesselnd bis zum Schluss!


Patrick Stewart (†86) kennt man als Captain Picard aus „Star Trek“ oder als Professor X aus „X-Men“. In unserem Streaming-Tipp spielt er hingegen einen Neonazi-Anführer: Die Rede ist von dem ebenso brutalen wie unterhaltsamen Thriller „Green Room“.
In Horrorfilmen und Action-Reißern kennt man solche Situationen zu Genüge: Da geraten die Hauptfiguren in eine Gefahrensituation und verhalten sich anschließend entweder komplett idiotisch und leichtsinnig oder sie verfallen in eine Art Schockstarre und lassen sich von dem Killer ohne Gegenwehr abschlachten. Anders ist es in „Green Room“ von Regisseur Jeremy Saulnier.
Hier gerät eine abgebrannte Punk-Band in eine Neonazi-Kneipe irgendwo im tiefsten Hinterland der USA. Und als die Lage schließlich eskaliert, setzen sich Pat (Anton Yelchin), Sam (Alia Shawkat), Reece (Joe Cole) und Tiger (Callum Turner) mit allen Mitteln zur Wehr. Sie verhalten sich geschickt und schlau, suchen nach einem Ausweg und behalten selbst in einer solchen Ausnahmesituation noch zu einem gewissen Grad die Kontrolle (und einen kühlen Kopf) – was einfach wahnsinnig erfrischend ist.
„Green Room“ ist aktuell leider nirgends im Abo enthalten, kann aber für wenig Geld bei VoD-Anbietern wie Amazon ausgeliehen werden. Und das lohnt sich – von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung:
Picard als Neonazi
Schuld an der vertrackten Situation in „Green Room“ ist ein vergessenes Handy, wegen dem Gitarristin Sam noch einmal in die Bar zurückkehrt und dabei ein getötetes Groupie findet. Die überforderten Türsteher sperren die Band daraufhin in den Green Room der Bar ein (daher auch der Titel des Films), die Polizei ist jedoch bereits alarmiert und die Situation gerät immer weiter außer Kontrolle, weswegen schließlich auch Barbesitzer Darcy (Patrick Stewart) eintrifft…
Ja, ihr habt richtig gelesen: Die am 28. Oktober 2026 im Alter von 86 Jahren verstorbene „Star Trek“- und „X-Men“-Legende Patrick Stewart spielt in „Green Room“ den Ober-Neonazi, der mit allen Mitteln versucht, den Mord in seiner Bar zu vertuschen und die unliebsamen Zeugen zu beseitigen. „Trotz ihrer verachtenswerten Einstellung sind die Neonazis hier keine hirnlose Horde – stattdessen wirkt gerade Patrick Stewart als ihr Anführer eher wie ein erfahrener und abgeklärter Vorarbeiter auf einer Baustelle“, heißt es unter anderem in unserer 4-Sterne-Kritik von FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen zu „Green Room“.
Und gerade solche Details sorgen dafür, dass sich der Film wie direkt aus dem Leben gegriffen anfühlt und die immer wieder explodierende Gewalt umso schockierender wirkt. Wenn es in „Green Room“ blutig zur Sache geht (und das ist häufig der Fall), dann dient das eben nicht nur der oberflächlichen Unterhaltung.
Regisseur Jeremy Saulnier hat seinen Belagerungs-Thriller als geradlinig-effektives, extrem abwechslungsreiches Spannungskino inszeniert, das sich vor allem auch dadurch auszeichnet, dass „Green Room“ zu keinem Moment ironisch gebrochen wird oder durch ein Augenzwinkern abgeschwächt wird – ein kompromissloses Brett, wie es im Buche steht.
Der letzte Film von Patrick Stewart wird dann übrigens sein Comeback als Professor X in „Avengers: Doomsday“. Den Trailer zum Marvel-Blockbuster, der am 16. Dezember 2026 in die deutschen Kinos kommt, könnt ihr euch hier anschauen:
Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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